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Energieberatung Niederrhein: Ablauf, Kosten und Förderung des iSFP

Von Redaktion4. Oktober 20268 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in 3 Punkten

  1. Ergebnis der geförderten Beratung ist der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP). Das BAFA übernimmt 50 % des förderfähigen Honorars, höchstens 650 € bei Ein- und Zweifamilienhäusern und 850 € ab drei Wohneinheiten.
  2. Der Antrag ist vor Vorhabenbeginn zu stellen. Schon der Vertrag mit dem Berater zählt als Beginn.
  3. Förderfähig ist nur die Beratung durch Fachleute aus der Energieeffizienz-Expertenliste der dena.
Quellen:BAFAdenaVerbraucherzentrale NRW

Hinter dem Suchbegriff „Energieberatung Niederrhein“ stecken meist drei Fragen auf einmal: Wer darf mein Haus überhaupt beraten, was kostet das, und was zahlt der Staat dazu? Die Antworten hängen weniger vom Ort ab als von den Förderregeln des Bundes. Wer in Kleve, Wesel, Moers oder Krefeld ein älteres Wohnhaus besitzt, durchläuft deshalb denselben Weg wie jeder andere Eigentümer in Deutschland. Dieser Beitrag ordnet ihn Schritt für Schritt ein und nennt bei jeder Zahl die Quelle.

Vorab eine Klarstellung zu dieser Seite: Wir sind ein Informationsangebot und keine Beratungsstelle; eine Beratung im Sinne der BAFA-Förderung erbringen wir nicht. Den Rat vor Ort ersetzt dieser Text nicht.

Was ein Energieberater für ein Wohnhaus tatsächlich liefert

Ergebnis einer geförderten Beratung ist der individuelle Sanierungsfahrplan, kurz iSFP. Laut BAFA-Merkblatt (Stand 08.01.2024) besteht er aus zwei Dokumenten, nämlich „Mein Sanierungsfahrplan“ und „Umsetzungshilfe für meine Maßnahmen“. Beide muss der Berater aushändigen und erläutern, sonst ist die Beratung nicht förderfähig.

Inhaltlich verlangt das Merkblatt unter anderem eine Bestandsaufnahme der Gebäudehülle samt Fotos, eine U-Wert-Tabelle für alle Bauteile, eine Reihenfolge der Sanierungsschritte, die geschätzten Gesamtkosten und die „Sowieso-Kosten“ sowie einen Hinweis auf die passende Bundesförderung. Auch ein Hinweis auf ein Lüftungskonzept nach der Sanierung der Gebäudehülle gehört dazu. Das ist mehr als ein Energieausweis: Er beschreibt den Zustand, der Fahrplan sagt, was in welcher Reihenfolge sinnvoll ist.

Ein Punkt wird oft übersehen: Der iSFP muss laut Merkblatt frei von Hinweisen auf Anbieter oder bestimmte Produkte sein, auch beispielhaft. Ein guter Berater empfiehlt Ihnen also eine Maßnahme („Außenwand dämmen, Zielwert so und so“), aber keine Marke. Welches Produkt am Ende an die Wand kommt, entscheiden Sie mit dem Handwerksbetrieb.

Förderung der Beratung: was BAFA zahlt und was Sie beachten müssen

Die Bundesförderung für die Energieberatung bei Wohngebäuden übernimmt laut BAFA 50 Prozent des förderfähigen Beratungshonorars. Gedeckelt ist der Zuschuss je nach Gebäude:

GebäudeartZuschussHöchstbetrag
Ein- oder Zweifamilienhaus50 % des förderfähigen Honorars650 Euro
Wohngebäude ab drei Wohneinheiten50 % des förderfähigen Honorars850 Euro

Die Bedingungen, die in der Praxis über Zuschuss oder Ablehnung entscheiden, stehen auf der BAFA-Seite zur Energieberatung für Wohngebäude (abgerufen am 04.10.2026):

  • Der Antrag ist vor Vorhabenbeginn zu stellen. Als Vorhabenbeginn gilt der Abschluss eines rechtsgültigen Vertrags über die Energieberatung, also nicht erst der erste Beratungstermin.
  • Der Bauantrag oder die Bauanzeige des Gebäudes muss zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens zehn Jahre zurückliegen.
  • Den Zuschuss zahlt das BAFA ausschließlich an die Antragstellerin oder den Antragsteller aus, nicht an den Berater.
  • Ab dem 01.12.2026 sind iSFP mit der Druckapplikation in Version 2.7.x zu erstellen. Ein seriöser Berater weiß das; fragen Sie nach, wenn die Beratung über den Jahreswechsel läuft.

Zur Rechnung: Das Honorar legt der Berater frei fest, und eine belegte Preisspanne für die Region haben wir nicht gefunden, deshalb nennen wir keine. Rechnen Sie stattdessen von der Förderseite her: Ab einem förderfähigen Honorar von 1.300 Euro erreicht der Zuschuss für ein Einfamilienhaus mit 650 Euro seinen Höchstbetrag, jeder weitere Euro geht zu Ihren Lasten. Das ist reine Arithmetik aus den BAFA-Angaben, kein Preisversprechen.

Berater finden: die Expertenliste statt der Suchmaschine

Förderfähig ist nur eine Beratung durch Fachleute aus der Energieeffizienz-Expertenliste der dena. Betreiberin ist die Deutsche Energie-Agentur im Auftrag mehrerer Bundesstellen, darunter BAFA und KfW. Auf energie-effizienz-experten.de suchen Sie nach Postleitzahl mit einem Umkreis zwischen 5 und 250 Kilometern und wählen die Kategorie Wohngebäude. Laut Betreiberseite waren bei unserem Abruf über 22.800 Fachleute eingetragen, rund 20.600 davon online auffindbar.

Praktisch bewährt sich ein kurzer Vergleich von zwei bis drei Angeboten. Fragen Sie nach dem Leistungsumfang (Begehung vor Ort, Fotos, Berechnung), nach dem Honorar und danach, ob der Berater die Antragstellung begleitet. Wer nur unabhängige Orientierung sucht, bevor er einen Vertrag schließt, findet bei der Verbraucherzentrale NRW ein eigenes, anbieterunabhängiges Beratungsangebot; Preise und Termine dort ändern sich und sollten Sie direkt erfragen.

Reihenfolge: womit eine Sanierung sinnvoll beginnt

Die Verbraucherzentrale nennt als vergleichsweise einfache Einstiege die Dämmung der obersten Geschossdecke und der Kellerdecke. Die Fassade gilt dort als größere Investition, die aber häufig wirtschaftlich sinnvoll ist. Welche Reihenfolge für Ihr Haus passt, entscheidet am Ende der iSFP, weil Heizung, Fenster und Hülle zusammenspielen.

Zwei Regeln helfen bei der Planung. Erstens: Fassadenarbeiten lohnen sich besonders dann, wenn ohnehin ein neuer Putz oder ein Gerüst fällig ist. Zweitens: Nach jeder Verbesserung der Hülle wird das Haus dichter, daher gehört ein Lüftungskonzept zur Planung, wie es auch das BAFA-Merkblatt verlangt.

Fassade im Fahrplan: welche Optionen es gibt

Für Außenwände kommen je nach Bauweise mehrere Wege in Betracht: ein Wärmedämmverbundsystem, eine vorgehängte Fassade, die Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk, die Innendämmung oder, als Sonderfall, eine Dämmbeschichtung. Gerade bei Ziegel- und Klinkerfassaden, wie sie in der Region verbreitet sind, spricht oft das Aussehen gegen eine dicke Außendämmung. Das Umweltbundesamt nennt die Innendämmung als Alternative, wenn die Fassade optisch nicht verändert werden darf, will sie aber nachrangig zur Außendämmung behandelt wissen. Die Kosten und Voraussetzungen der Systeme vergleicht unser Beitrag Fassadendämmung Kosten pro qm mit Quellen.

Beschichtungssysteme wie PSCoat sind eine Option, deren Wirkung und Förderfähigkeit sich im Einzelfall klären lassen muss. Wie man solche Angaben prüft, steht in Nano-Dämmung der Fassade: Erfahrungen und Prüfliste.

Anzeige In eigener Sache: Die Gesellschaft, die diesen Ratgeber betreibt, vertreibt die Dämmbeschichtung PSCoat selbst. Das ist kein Beitrag eines unabhängigen Dritten.

Nach Herstellerangabe wird sie gerollt oder gespritzt statt gedübelt und kommt auf eine Gesamttrockenschichtdicke von etwa 1,2 Millimetern. Den Hersteller-Hinweis, dass die Wirkung nicht über die Dicke, sondern über den Emissionsgrad der Oberfläche läuft, finden Sie auf der Produktseite von PSCoat. Unabhängig geprüfte Messwerte zur Wirkung liegen uns nicht vor; ob eine Beschichtung für Ihre Wand infrage kommt, klären Sie mit Ihrem Energieberater.

Wenn gebaut wird: Pflicht, Förderung und Reihenfolge der Anträge

Wer ohnehin an die Fassade geht, trifft auf Vorgaben des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG). Das frühere Gebäudeenergiegesetz trägt diesen Namen seit Juli 2026; auf gesetze-im-internet.de lautet die Gesetzesbezeichnung „Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Modernisierung der Wärmeversorgung in Gebäuden (Gebäudemodernisierungsgesetz – GModG)“. Nach § 36 gilt: Wer bei beheizten Räumen Außenbauteile erneuert, ersetzt oder erstmals einbaut, muss die Höchstwerte der Anlage 7 einhalten. Ausgenommen sind Änderungen, die nicht mehr als zehn Prozent der Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe betreffen.

Für Eigentümer eines Wohngebäudes mit nicht mehr als zwei Wohnungen enthält § 36 außerdem eine Beratungspflicht: Wer solche Änderungen mit einer Berechnung für das gesamte Gebäude plant, muss vor Beauftragung der Planungsleistungen ein informatorisches Beratungsgespräch führen, wenn es unentgeltlich angeboten wird. Das ersetzt keine geförderte Beratung, ist aber ein guter Anlass, sie zu buchen.

Für die Bauförderung selbst nennt das BAFA bei der Dämmung der Gebäudehülle einen Grundfördersatz von 15 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Der Bonus von 5 Prozent für einen vorliegenden iSFP wird laut BAFA erst ab einem förderfähigen Mindestinvestitionsvolumen von 30.000 Euro bei Gebäuden mit einer Wohneinheit gewährt. Die Antragstellung erfordert die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten. Details und Höchstgrenzen finden Sie auf der BAFA-Seite zu Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle.

Häufige Fragen

Muss ich den Antrag vor oder nach der Beratung stellen?

Davor. Als Vorhabenbeginn zählt laut BAFA bereits der Abschluss eines rechtsgültigen Vertrags über die Energieberatung. Lassen Sie sich vor der Unterschrift bestätigen, dass der Antrag gestellt oder der Vertrag entsprechend bedingt ist.

Darf mir der Energieberater ein bestimmtes Dämmprodukt empfehlen?

Im iSFP nicht: Das BAFA-Merkblatt schreibt Produkt- und Anbieterunabhängigkeit vor. Für diesen Text gilt: Die Betreiberin dieser Seite vertreibt selbst ein Produkt, deshalb ist der Werbeblock oben gekennzeichnet und von den Förderangaben getrennt.

Was ist, wenn ich den Beratungsvertrag schon unterschrieben habe?

Dann ist die Bedingung „Antrag vor Vorhabenbeginn“ nach dem BAFA-Wortlaut nicht erfüllt. Ob es in Ihrem Fall einen Ausweg gibt, entscheidet allein das BAFA; fragen Sie dort nach, bevor die Beratung beginnt.

Brauche ich einen iSFP, wenn ich nur die Fassade machen will?

Eine geförderte Beratung ist nicht für jede Dämmmaßnahme Voraussetzung; in dem oben beschriebenen Fall nach § 36 GModG ist aber ein informatorisches Beratungsgespräch vorgeschrieben. Der iSFP lohnt sich zudem, weil der Bonus an ihn gekoppelt ist und weil er die Fassade ins Verhältnis zu Heizung und Fenstern setzt.

Partner

Empfohlene Partner der PScoat Zurynski, Oezdogan & Co GmbH

Heiko Wittig

Energieberater in Leverkusen.

Klärt den Energiebedarf und die passenden Fördermittel, PScoat liefert dafür die 1-mm-Lösung für die Fassadendämmung.

Robert Spalj

Energieberater.

Klärt den Energiebedarf und die passenden Fördermittel, PScoat liefert dafür die 1-mm-Lösung für die Fassadendämmung.

Quellen in diesem Beitrag